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Kaminge­spräch: Paul Grässli über die Zukun­ft der Schweiz­er Kam­in­feger

Paul Grässli ist seit über 40 Jahren Schornsteinfeger und seit 2020 Zentralpräsident der Schweizer Kaminfeger. Im Fokus seiner Verbandsarbeit steht aktuell die Schaffung eines nationalen Ausbildungszentrums. Wir haben nachgefragt:


Paul Grässli, Präsident der Schweizer Kaminfeger
Paul Grässli, Präsident der Schweizer Kaminfeger

RIKA: Was macht aus Ihrer Sicht den Beruf des Kaminfegers so attraktiv für junge Menschen?

Paul Grässli: Der Beruf des Kaminfegers hat nicht nur lange Tradition, sondern ist auch mit viel Stolz verbunden. Die Leidenschaft Brandverhütung ist in der Gesellschaft seit Jahrhunderten mit dem Glück verbunden. Das Säubern des Rauchfangs verhindert Rußbrände, was zu einem Hausbrand führen könnte. Wir genießen großes Vertrauen und werden von unserer meist langjährigen Kundschaft sehr geschätzt – auch aufgrund unserer Schweigepflicht, die uns manchmal die Rolle eines Seelsorgers übernehmen lässt. Für mich persönlich ist er jedoch vor allem eines: der Umweltberuf der Zukunft. Als Fachmann für Brandschutz, Umweltschutz und Energieeffizienz verantwortet der Kaminfeger sehr wichtige Aufgaben und vereint Kompetenzen, die zukünftig einen noch bedeutungsvolleren Stellenwert einnehmen werden, nicht nur national, sondern global. Viele junge Schweizerinnen und Schweizer haben das Potenzial dieser Berufssparte bereits erkannt und wollen auch beruflich aktiv zum Umweltschutz beitragen. Wir hatten noch nie so viele Auszubildende!

RIKA: Was genau macht denn den Beruf eines Kaminfegers heute aus?

Paul Grässli: Als Kaminfeger muss man einerseits ein gutes Verständnis für technische Zusammenhänge bei hochkomplexen Heizsystemen mitbringen, sei es in den Bereichen Holz, Öl, Gas, Lüftungen oder Wärmepumpen. Brennstoffe und Heizanlagen im Kontext von Klima, Gesundheit und Umwelt, Politik und Wirtschaft gehören ebenfalls zu seinem Themenspektrum, aber auch Brandschutz und rechtliche Bestimmungen sind Teil davon. Beratung, Wartung und Kontrolle, sei es in privaten Wohnräumen oder in Industrie und Gewerbe – ein Kaminfeger wird überall gebraucht. Das erfordert natürlich auch hohe soziale Kompetenz. Wir sind vor Ort z.B. im Fußballclub, Gesangs-, Jagd- und Turnverein, in der Musikgesellschaft, bei der Feuerwehr usw. Wir lachen gerne und tragen auf der einen Schulter das Kratzeisen und auf der anderen die Leiter, mit der jeder Berufsmensch die Höhen der Berufsdiplome erreichen kann. Handwerkliches Geschick und körperliche Leistungsfähigkeit werden vorausgesetzt, Flexibilität ebenso, denn so wie sich unser Klima wandelt, wandelt sich auch unser Beruf.

RIKA: Wie kam es zu dem Entschluss, eine nationale Ausbildungsstätte für Kaminfeger zu etablieren?

Paul Grässli: Das Fundament einer guten Ausbildung ist zentral. Wir müssen unseren jungen Berufsmenschen Perspektiven aufzeigen können, die zukunftsorientiert und nachhaltig sind. Dazu gehört nicht nur das Einmaleins des „Rußens“, sondern eine fachkompetente Beratung den heutigen Anforderungen angepasst: zu Themen wie Umweltschutz, Gesetzgebungen, Optimierung der Energieeffizienz sowie aber auch die individuelle Beratung im Zuhause des Kunden mit dem passenden Ofen. Wir stehen wiederkehrend in Kontakt mit unseren Kunden, dies über Jahrzehnte. Deshalb benötigen wir die bestmögliche Ausbildung für unsere Fachkräfte. Um unserer Verantwortung gerecht zu werden, entschieden wir uns, eine nationale Ausbildungsstätte zur Vertiefung des praxisorientierten Arbeitens zu bauen.

RIKA: Wann wird das Ausbildungszentrum in Betrieb genommen?

Paul Grässli: Die ersten Auszubildenden durften wir ab Mitte August 2021 begrüßen. Das Ausbildungszentrum liegt sehr idyllisch auf der Froburg und wurde mit modernster Technik ausgestattet. Besonders freue ich mich, dass wir mit den innovativen Öfen von RIKA in unseren Labors arbeiten dürfen. RIKAs 70 Jahre lange Erfahrung spiegelt sich in den Öfen und der Technologie ganz klar wider – das bietet optimale Voraussetzungen für alle unsere Ausbildungsteilnehmer und –teilnehmerinnen; „Learning by Doing“ wird bei uns groß geschrieben. In diesem Gebäude befindet sich außerdem der Sitz des Branchenverbandes Feusuisse der Ofenbauer. Wir freuen uns, hier zukünftig mit unseren berufsnahen Kollegen Synergien nutzen zu dürfen.

RIKA: Sie erwähnten gerade die Zusammenarbeit mit RIKA. Worin besteht diese konkret?

Paul Grässli: Die Zusammenarbeit mit der Firma RIKA bauen wir ganz bewusst auf. Wir bieten im Ausbildungszentrum eine Plattform für RIKA Wohnfeuerungen – die servicefreundlichsten, die es am Markt gibt. Die gemeinsamen Werte des Verbandes Kaminfeger Schweiz und der Firma RIKA, wie Nachhaltigkeit, Qualität und Innovation, bilden die Grundlage eines langjährigen Vertrauensverhältnisses. In der Schweiz schätzen wir Berufsleute die Innovationskraft von RIKA. Die originelle Idee z.B. des Pelletofens mit Backfach (DOMO BACK) mit digitaler Temperatureinstellung zeigt, wohin das Heizen der Zukunft geht. Nämlich weit über das Heizen hinaus, rein ins ganzheitliche Wohlfühlleben unserer Kunden. Mit Mut, Fachwissen und Gewandtheit im Beratungsgespräch lässt sich die Zukunft CO2 neutraler beheizen. Diese Nachhaltigkeit führt zum Wohle aller.

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